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La tortuga feliz 13.08.2005
La tortuga feliz. Das ist ein Projekt, das sich einsetzt, die vom aussterben bedrohte Wasserschildkroete zu retten. Eine Woche lang durfte ich als Volunteer ein Teil dieses Projektes sein.

Schon nur die Reise an diesen wunderschoenen Ort war ein Erlebnis.

Ein Bus fuehrte mich von San Jose in knapp drei Stunden nach Bataan. Hier wurde ich von Paul, dem Gruender dieses Hilfsprojektes, abgeholt. Mit einem 4-WD-Taxi gings eine halbe Stunde weiter ueber Stock und Stein und schliesslich stiegen wir in ein kleines Boot um, das uns nach einer weiteren Stunde auf kleinen Kanaelen durch den Dschungel an das Kuestendorf Barra Pacuare brachte. Eigentlich hat dieses Dorf gar keinen Namen und eigentlich ist es gar kein Dorf und man findet es auch auf keiner Landkarte. Es sind nur ein paar Huetten in the middle of nowhere.
12.08.2005
Zuerst mal ein bisschen Biologiekunde.

Schildkroeten sind Reptilien, das heisst es sind Kaltbluetler, leben zwar im Wasser, haben aber Lungen zum atmen und sie wachsen ihr leben lang.

Es gibt acht verschiedene Arten von Wasserschildkroeten. Hier an der Karibikkueste von Costa Rica kommen hauptsaechlich drei vor: die Baula- (Leatherback), die Verde- (Green) und die Carey- (Hawksbill) schildkroete.

Die Weibchen kehren alle zwei Jahre zum Strand zurueck, wo sie geboren wurden, um ihre Eier zu legen. Die Tragzeit betraegt 30 Tage und sie legen bis zu fuenfmal (etwa alle 10 Tage) zwischen 80 und 150 Eier in der Groesse von Golfbaellen.
11.08.2005
Warum sind die Wasserschildkroeten vom Aussterben bedroht?

Leider ist diese Liste sehr lang. Die groesste Gefahr - wie koennte es anders sein - bildet der Mensch. Obwohl die Jagt auf Schildkroeten staatlich verboten ist, findet sie leider trotzdem uneingeschraenkt statt. Einerseits werden die Eier verkauft und andererseits auch das Fleisch sowie den Panzer.

Der Wert einer Hawksbill kann bis zu 600 US$ betragen, viel Geld fuer einen Tico (so nennt man die Einheimischen von Costa Rica)! Die Babys, die ausschliesslich nachts schluepfen, suchen instinktiv das Meer bzw das Weiss von den schaeumenden Wellen. Wenn nun aber zum Beispiel eine weisse Hausfassade (oder Abfall oder was auch immer) in ihrem Blickfeld auftaucht, rennen sie in die falsche Richtung und brauchen schliesslich viel laenger, bis sie ins Meer gelangen und sind daher viel laenger den Gefahren ausgesetzt, von anderen Tieren gefressen zu werden.
10.08.2005
Die Hauptaufgabe von den Volunteers besteht darin, die Schildkroeten, wenn sie nachts an den Strand kommen, um ihre Eier zu legen, vor den Hueveros (Tierhaendler) zu finden und zu schuetzen. Deshalb haben wir von 18.00 bis 4.00 morgens drei Patroulien, die gemeinsam mit einem lokalen Guide, den 6 Kilometer langen Strand auf und ab gehen.

Da die Schildkroete recht gut sehen kann, machen wir das in dunkeln Kleidern und benuetzen kein Licht (daher auch keine Fotos :-(). Sie kann uns auch hoeren und deshalb sind wir leise. Das am staerksten ausgepraegte Sinnesorgan ist aber ihre Nase. Wir benuetzen weder Deo noch Parfum noch Mueckenschutz (autsch!!).

Diese Tiere sind sehr empfindlich. Wenn sie ihren Strand nicht wiedererkennen, wenn sie sich gestoert fuehlen oder wenn sonst etwas nicht stimmt, kehren sie unverzueglich ins Wasser zurueck. Manche kommen auch einfach mal an den Strand zum schauen, ob er ihnen passt und kehren erst am naechsten Tag zurueck, um ihr Nest zu machen.
09.08.2005
Nun, sobald wir eine Spur von Meer an den Strand gefunden haben, folgen wir ihr und warten, bis das Tier ihr Nest (ein 60 cm tiefen Sandloch) gebuddelt hat. Sobald sie beginnt, ihre Eier zu legen koennen wir sie von hinten anschleichen, so kann sie uns nicht sehen. Mit einem Gummihandschuh nehmen wir die Eier aus dem Nest, messen den Panzer und warten anschliessend, bis sie ihr Nest wieder zugedeckt hat und zurueck im Wasser ist. Das dauert ohne Weiteres eine Stunde.

Danach muessen wir schnellstmoeglich die Eier zu unserer Basisstation bringen, denn nach zwei Stunden muessen sie wieder im Boden sein, sonst sind sie kaputt. Das kann ganz schoen stressig sein, wenn man das Tier z.B. bei Kilometer 5 entdeckt hat. 130 Eier sind verdammt schwer und in Turnschuhen und langen Hosen (Moskitos!) im Sand rennen, dabei immer schoen auf die ueberempfindlichen Eier acht geben, ist auch nicht ohne...
08.08.2005
Im Hatchery (unsere Eierstation) empfaengt ein anderer Volunteer die Eier und macht eigentlich das gleiche, was die Schildkroete gemacht hat. Wir hingegen benuetzen dafuer Schaufeln ;-).

Eine weitere Aufgabe in der Basis besteht darin, zu schauen, ob Babys geschluepft sind. Waehrend dieser Woche hatten wir 53 Nester von Greenturtles und rund 20 von Leatherbacks. Die Brutzeit betraegt rund 50 Tage. Leider hatte ich nicht das Glueck, Jungtiere zu sehen. Dafuer sah ich am Strand viele Tier, das mich ebenfalls sehr beeindruckt und beruehrt hat. Die groesste Greentrutle war 107 mal 79 cm (nur der Panzer!) und sie kann schoen und gut 130 kg wiegen. Vor ein paar Wochen fanden sie eine Leatherback mit einer Laenge vom 1 Meter 80!
07.08.2005
Zu schnell ist diese Woche vorbeigegangen! Der Job war ganz schoen anstrengend, zumindest die Strandpatoulien. An Naechten, wo wir kein Tier fanden, legten wir jeweils 12 Kilometer zurueck!

Ich lernte unglaublich nette Volunteers aus aller Welt und ebenso nette Ticos kennen, die ihr Leben dieser Schildkroete widmen. Ich habe hoechste Achtung vor Paul, der dieses Projekt letztes Jahr in die Welt berufen hat!

Fuer mich wars eine der spannendsten und schoensten Wochen meiner Reise, zugleich aber auch die frustrierendste. Zu viele Spuren von Schildkroeten fuehrten vom Meer zum Strand und nicht wieder zurueck...
La Fortuna 04.08.2005
Auf eine 1.August-rede musste ich zwar verzichten, aber nicht auf das Feuerwerk! Ich sah wohl den groessten Zuckerstock von Euch allen ;-)...

Ok, zugegeben, das Pic ist nicht von mir, es war schlicht weg zu dunkel. Aber ein riesen Spektakel war es allemal zu sehen, wie der Vulkan El Arenal feuer spuckt!

Nun bin ich wieder zurueck in San Jose und fange morgen (fuer eine Woche) einen Job an. Mehr dazu dann das naechste Mal...
Quepos 30.07.2005
Von der Karibikkueste gings weiter auf die andere Seite an den Pazifik, nach Quepos.

Hier besuchte ich den Manuel Antonio Nationalpark. Dieser gefiel mir fast noch besser als der in Cahuita, weil man hier die Tiere von naechster Naehe beobachten kann. Dafuer musste man auch immer aufpassen, dass die frechen Affen und Coatis einem nicht das Picnic wegschnappten!
Cahuita 28.07.2005
Als ich wieder auf dem Damm war, besuchte ich als erstes die Karibikkueste. In Cahuita fand ich genau, was ich gesucht habe: ein kleines, ruhiges Staedtchen, wo man ausser baden, wandern und Reggae hoeren eigentlich nicht viel tun kann.

Einen ganzen Tag verbrachte ich im Nationalpark Cahuita. Hier reihen sich tausende von Kokospalmen entlang des weissen Sandstrandes. Schoen, aber auch nicht ganz ungefaehrlich, denn auf mich wurde mit Fruechten und Nussschalen geschossen... von kleinen Kapuzineraeffchen...:-)
San Jose 27.07.2005
Seit gut einer Woche befinde ich mich nun in der Schweiz Zentralamerikas oder der \'reichen Kueste\', zu gut deutsch.

Der nordamerikanische Einfluss ist nicht zu uebersehen, sei es beim Tourismus, bei den unendlich vielen Fastfood-ketten und nicht zuletzt bei den Preisen :-(.

In einem riesengrossen Backpackers (140 Betten!), erholte ich mich erstmal von meiner heimtueckischen Grippe, die ich mir in meinen letzten Tagen in Equador eingefangen habe.